Zukunft gemeinsam gestalten

Presseinformation zur Kooperation

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Vorstandsmitglieder der Leipziger Volksbank und der Raiffeisenbank Torgau die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages bekannt gegeben. Rückwirkend zum 01.01.2017 wollen die beiden Regionalbanken ihre Zukunft gemeinsam gestalten.

Namen beginnend von links nach rechts
Andreas Woda, Sybille Rasenberger, Thomas Auerswald, Christoph Kothe, Guido Jüttner

Beide Banken begegnen sich bei der von den Aufsichtsräten einstimmig beschlossenen Kooperation trotz bestehender Größenunterschiede als Partner auf gleicher Augenhöhe. Die vorzubereitende Fusion von zwei kerngesunden Genossenschaften erfolgt aus einer beiderseitigen Position der Stärke heraus. Durch die Verschmelzung sollen die deutlichen Vorteile einer größeren wirtschaftlichen Einheit genutzt werden, um insbesondere die Herausforderungen zu meistern, die sich aus staatlicher Regulierung, Niedrigzinspolitik und Digitalisierung ergeben.

„Als vergleichsweise kleines Kreditinstitut mit einer Bilanzsumme von 177 Mio. Euro, 58 Mitarbeitern und fünf Geschäftsstellen stehen wir vor den selben Aufgaben wie große Banken. Es ist sinnvoll, Ressourcen zu bündeln“, schildert Sybille Rasenberger, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Torgau, den Antrieb hinter den Fusionsabsichten.

Ihr Vorstandskollege, Guido Jüttner, ergänzt: „Unsere Ertragslage ist seit Jahren stabil und wir können uns mit Recht als erfolgreiche Genossenschaftsbank bezeichnen. Damit dies so bleibt, ist es nötig, zu wachsen. Durch unser ländlich geprägtes Geschäftsgebiet sind einem organischen Wachstum Grenzen gesetzt. Strategisch ist es daher sinnvoll, durch den Zusammenschluss mit einem starken Partner eine größere Einheit zu bilden. Die geplante Fusion ist der Königsweg, um Stabilität, regionale Verwurzelung sowie Nähe zum Kunden auch in der Region um Torgau zu sichern“.

Bei der Abwägung der Möglichkeiten sprechen aus Sicht der Torgauer drei Kriterien besonders für die Leipziger Volksbank:

  • Die Größe des Wunschpartners: Mit der Leipziger Volksbank (Bilanzsumme ca. 740 Mio. Euro, 200 Mitarbeiter, 19 Geschäftsstellen) steht eine wachsende Fusionspartnerin zur Verfügung, die hinsichtlich der Kreditvergabemöglichkeiten an die heimische Wirtschaft neue Potentiale für Kunden in Torgau und Umgebung ermöglicht.
  • Erfahrung im ländlichen Raum: Das heutige Geschäftsgebiet der Leipziger Volksbank erstreckt sich neben der Stadt Leipzig auch auf große Teile des Landkreises Leipzig und in den Landkreis Nordsachsen hinein. Die damit vorhandenen Erfahrungen bei der Kundenbetreuung im ländlichen Raum ergänzt optimal die besonderen Stärken der Raiffeisenbank Torgau.
  • Integrationskompetenz: Mit der 2013 erfolgten Fusion von mit der VR Bank in Borna hat die Leipziger Volksbank bewiesen, dass eine faire und förderliche Integration der Fusionspartner zum Nutzen von Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern möglich ist.

Die Stadt Leipzig ist als Wachstumsmotor mit den umliegenden Landkreisen verflochten. Gemeinsam bilden sie eine Wirtschaftsregion, einen Markt, einen Lebensraum. Mit dem Zusammenschluss der Raiffeisenbank Torgau und der Leipziger Volksbank entstehen zwischen Elbe, Parthe und Wyhra die passenden genossenschaftlichen Strukturen - eine Bank mit einheitlichem Service.

„Wir freuen uns sehr auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Torgau und deren Know How, denn die Raiffeisenbank Torgau hat sich in Sachsen durch exzellente Kundennähe und nachhaltiges Wirtschaften einen ausgezeichneten Namen erarbeitet.“, sagt Andreas Woda vom Vorstand der Leipziger Volksbank.

„Für noch bessere Kreditvergabemöglichkeiten, intensivere persönliche und digitale Leistungen und marktgerechte Konditionen erweitern sich durch die Vergrößerung für beide Fusionspartner die Spielräume deutlich“, freut sich auch Christoph Kothe, ebenfalls Vorstand der Leipziger Volksbank, auf die bevorstehenden Aufgaben.

Vorstandskollege Thomas Auerswald sieht auch große Synergien. „Beispielsweise ist der organisatorische Aufwand zur Sicherstellung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Banken in den vergangenen Jahren dramatisch erhöht worden“, erläutert er. „Es ist vernünftig, alle Aktivitäten zu bündeln, wo heute in beiden Banken vieles parallel geschieht.“

Die Bank wird auch weiterhin ein attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber sein. Fusionsbedingte Entlassungen sind wie in der Vergangenheit Tabu. Die Vorstände betonen, dass „herausfordernde Aufgaben und Möglichkeiten auf die leistungsbereiten und engagierten Bankmitarbeiter warten.“

Sitz der bereits heute unter dem Namen „Leipziger Volksbank eG“ firmierenden Genossenschaft wird Leipzig sein. Die Führung der Raiffeisenbank Torgau sieht dennoch eine Stärkung der Fläche. Der Zusammenschluss der Genossenschaften dient auch dem Standorterhalt in der Region Torgau. Fusionsbedingte Geschäftsstellenschließungen sind also nicht vorgesehen. Das Mittelzentrum Torgau wird eine exponierte Stellung als BeratungsCenter für alle Kundengruppen behalten.

Vorgesehen ist, sowohl private als auch gewerbliche Kunden weiter vor Ort zu betreuen. Die intensive Zusammenarbeit mit Kommunen, Verbänden und Vereinen wird auch künftig hohen Stellenwert haben. Durch die wachsende wirtschaftliche Stärke kann die Leipziger Volksbank auch ihre gesellschaftliche Verantwortung besser wahrnehmen.

Als nächste Schritte kündigten die fünf Vorstandsmitglieder der beiden Genossenschaftsbanken an, die Genossenschaftsmitglieder umfassend zu informieren. Neben ihnen werden auch Kunden und Mitarbeiter in persönlichen Gesprächen, Veranstaltungen oder auf den Internetseiten der Banken regelmäßig auf dem Laufenden gehalten.

Noch in diesem Monat sollen Fusionsprojekte ihre Arbeit aufnehmen, um die reibungslose Zusammenführung der Banken vorzubereiten.

Die notwendigen Beschlussvorlagen werden der Generalversammlung in Torgau und der Vertreterversammlung in Leipzig voraussichtlich im Juni dieses Jahres vorgelegt.

Mit dem Beschluss der Mitglieder bzw. Vertreter entsteht eine der größten sächsischen Genossenschaftsbanken mit einer Bilanzsumme von knapp einer Milliarde Euro, 24 Geschäftsstellen und rund 31.000 Mitgliedern. Das Geschäftsgebiet der fusionierten Bank umfasst die Stadt Leipzig sowie große Teile der Landkreise Nordsachsen und Leipzig.

Seit mehr als anderthalb Jahrhunderten gibt es bereits die Kreditgenossenschaften in der Region. Im Wandel der Zeiten haben sie sich als stabile Pfeiler der heimischen Wirtschaft bewährt. Die Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder beider Partnergenossenschaften sind sich sicher, mit diesem wichtigen Schritt in die Zukunft für ihre Mitglieder und Kunden eine neue, noch leistungsfähigere Genossenschaft zu gestalten.